Ro's Gedanken

Sich selbst anzuziehen ist ein radikaler Akt

Sich selbst anzuziehen ist ein radikaler Akt

Radikal heißt: an die Wurzel

Radikal klingt nach Protest. Nach Lautstärke. Nach Kampf. Doch radikal bedeutet ursprünglich: an die Wurzel. Und genau dort berührt sich Anziehen mit etwas Tieferem: mit Selbstbeziehung.

Warum Anziehen oft fremdbestimmt ist

Viele ziehen sich nicht für sich an. Sie ziehen sich für den Blick an. Für die Bewertung. Für das System. Man lernt, was „geht“. Was „steht“. Was „schmeichelt“. Das klingt harmlos. Doch es ist eine Form von Fremdsteuerung. Weil der eigene Körper zum Objekt wird.

Sich selbst anzuziehen heißt: Kontakt

Sich selbst anzuziehen heißt, Kontakt aufzunehmen. Mit dem Körper. Mit dem Zustand. Mit dem Tag. Nicht mit Idealen. Nicht mit Erwartungen. Dieser Kontakt ist nicht immer angenehm. Man spürt dann auch Müdigkeit. Oder Unsicherheit. Oder Unruhe. Doch Kontakt ist ehrlicher als Optimierung.

Radikal ist, sich nicht zu verlassen

Viele verlassen sich selbst, ohne es zu merken. Sie ziehen etwas an, das sie kleiner macht. Das sie versteckt. Das sie korrigiert. Nicht, weil sie es wollen. Sondern weil es vertraut ist. Radikal ist, sich nicht zu verlassen. Auch nicht an Tagen, an denen man sich nicht gut findet. Sich selbst anzuziehen ist dann ein stilles Ja: Ich bin da. Und ich bleibe.

Kleidung als Zustimmung statt Urteil

Es gibt zwei Arten, sich anzuziehen: als Urteil. Oder als Zustimmung. Urteil heißt: Was muss weg? Was muss besser? Was muss versteckt? Zustimmung heißt: Was trägt? Was hält? Was ist heute stimmig? Zustimmung ist nicht Selbstbetrug. Sie ist Beziehung.

Warum das radikal wirkt

Es wirkt radikal, weil es gegen ein System geht, das Körper ständig bewertet. Ein System, das Frauen lehrt, immer ein bisschen zu wenig zu sein. Sich selbst anzuziehen bedeutet, diese Logik zu unterbrechen. Nicht als Statement. Als Praxis.

INDAVID und Mode als innerer Zustand

INDAVID steht für Mode als inneren Zustand. Nicht für Trends. Nicht für Rollen. Kleidung soll begleiten. Nicht optimieren. Sich selbst anzuziehen ist dann kein Styling. Es ist eine Entscheidung für Präsenz. Für Würde. Für Bewegung. Leise. Aber radikal.

Was bleibt, wenn man sich ernst nimmt

Wenn man sich ernst nimmt, verändert sich nicht sofort alles. Aber etwas verschiebt sich. Man lebt weniger im Blick. Man lebt mehr im Körper. Und oft beginnt genau dort Freiheit: bei einem Kleidungsstück, das nicht korrigiert. Sondern trägt.


Love
Ro.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Bitte beachten Sie, dass Kommentare vor der Veröffentlichung genehmigt werden müssen.