INDAVID STYLE-GUIDE

Raus aus Autopilot

Autopilot ist nicht Faulheit. Es ist Energiesparen.

Du greifst zu dem, was schnell funktioniert – und merkst irgendwann: es fühlt sich nicht mehr nach dir an. Dieses Guide ist kein „neue Outfits“-Plan. Es ist ein Reset für Entscheidungen. Nicht über Trends. Über Zustände: ruhig, klar, offen, geschützt, sichtbar. Und ja: realistisch – inklusive Jeans und Schwarz, ohne dass es dich bestimmt.

Quick Answer 

• Autopilot erkennst du daran, dass du greifst, ohne zu fühlen. 

• Mach 10 Tage sichtbar, was sonst unbewusst bleibt (3 Notizen pro Tag).

• Unterscheide: Zustand (innen), Anlass (außen), Ausrede (Schutz).

• Baue 3 Basis‑Looks nach Zustand – nicht nach Anlass.

• Füge Alternativen hinzu, statt alles auszutauschen: 3×3‑Plan.

1) Autopilot erkennen (ohne Schuld)

Autopilot zeigt sich selten im „falschen“ Teil – sondern im Gefühl danach. Wenn du dich kleiner, härter oder egaler fühlst als nötig, war es Autopilot. Er ist oft ein Mix aus Zeitdruck, Schutz und Gewohnheit. Und genau deshalb kannst du ihn nur über Bewusstheit ändern – nicht über mehr Auswahl.

2) Die 10-Tage-Analyse

Du brauchst keine App. Ein Zettel reicht – ehrlich und kurz. Schreibe jeden Tag drei Dinge auf:

• Was habe ich getragen (Top 3 Teile)? 

• Wie war mein Zustand (z.B. ruhig, angespannt, offen, müde, klar)?

• Warum habe ich genau das gewählt (ein ehrlicher Satz, kein perfekter)?

Nach 10 Tagen siehst du nicht „deinen Stil“. Du siehst dein Muster. Und dann wird es leicht: weil du weißt, wogegen du nicht mehr arbeiten willst.

3) Die drei Muster: Zustand, Anlass, Ausrede

Muster A: Zustand

Welche Teile wählst du, wenn du Ruhe brauchst? Welche, wenn du dich beweisen willst? Hier liegt die Wahrheit: Kleidung reagiert auf dich – und du reagierst auf sie.

Muster B: Anlass

Welche Teile sind „Job“, welche sind „privat“, welche sind „wenn es wichtig ist“? Oft steckt ein altes Skript dahinter: wichtig = dunkel, sicher = unauffällig, Event = Rolle.

Muster C: Ausrede

Das ist der Satz, den du vor dem Schrank sagst:

• „Das ist zu auffällig.“

• „Das passt nicht zu mir.“

• „Das ist zu viel.“

• „Dafür fehlt mir der Anlass.“

Ausreden sind selten über das Kleidungsstück. Sie sind über Sichtbarkeit – und die darf man lernen.

4) Der Reset: 3 Basis-Looks nach Zustand

Statt 30 neue Outfits zu planen, baust du dir 3 Basen, die du wiederholen darfst. Wähle drei Zustände, die du oft brauchst. Beispiel: ruhig, klar, mutig.

Basis 1: Ruhig

• Ton‑in‑Ton (geordnet, nicht neutral) 

• Weiche Textur, klare Abschlüsse

• Ein Ruhepunkt als Abschluss (Schuh oder Tasche im Ton)

Basis 2: Klar 

• Ein strukturierter Rahmen‑Layer (Jacket/Blazer/Mantel)

• Definierte Schulter oder klarer Kragen 

• Eine tiefe Basisfarbe als Boden (Navy, Petrol, warmes Braun)

Basis 3: Mutig (ohne Show) 

• Eine Fokusfarbe – ein Teil entscheidet

• Zwei ruhige Begleiter (Creme, Sand, Stone, Toffee)

• Keine zweite Hauptfigur: wenig Accessoires

5) Der 3x3-Plan: Alternativen bauen, nicht austauschen

Jetzt nimmst du deine häufigsten Autopilot‑Teile und baust Alternativen, die denselben Zweck erfüllen. 

So geht’s:

1. Wähle 3 Teile, die du zu oft trägst (z.B. eine Hose, ein Oberteil, ein Layer). 

2. Schreibe den Zweck dahinter auf (z.B. „schnell“, „sicher“, „nicht auffallen“).

3. Finde pro Teil 2 Alternativen, die denselben Zweck erfüllen, aber mehr du sind (gleiche Funktion, andere Farbe/Weite/Struktur).

Das ist klein – aber es verschiebt alles. Weil du nicht gegen deinen Alltag arbeitest, sondern mit ihm.

6) Farbe als Entscheidung (nicht als Projekt)

Viele machen Farbe zu einer Aufgabe: „Ich muss mutiger werden.“ INDAVID denkt anders: Farbe ist eine Entscheidung, die dich unterstützt.

Drei ruhige Wege: 

• Farbe als Begleiter: ein Akzent, der dich erinnert (Schuh, Tasche, Schal).

• Farbe als Fokus: ein Teil, das den Zustand setzt (Top/Jacket/Mantel).

• Farbe als Ordnung: Ton‑in‑Ton in einer Farbfamilie (2–3 Nuancen). 

Die häufigsten Blocker (und die leiseste Lösung)

Blocker 1: „Ich habe nichts anzuziehen.“

Oft heißt das: ich habe nichts, das zu meinem Zustand passt. Dann brauchst du keine neuen Teile, sondern neue Zuordnung. 

Blocker 2: „Ich will nicht auffallen.“

Dann arbeite mit Tiefe statt Kontrast. Tiefe Farben sind präsent, ohne laut zu sein.

Blocker 3: „Ich habe keine Zeit.“

Genau deshalb sind Formeln wichtig. Drei Basis‑Looks sparen mehr Zeit als jede Inspiration.

• Matte Materialien machen Schwarz ruhiger als glänzende Oberflächen.

• Halte Kontraste weich: Creme/Ecru statt Reinweiß neben Schwarz. 

• Schwarze Jeans sind okay – wenn das Oberteil die Energie setzt.

Jeans & Schwarz (Mini-Regeln) 

• Ein Abschluss reicht: Tasche oder Schuh als Boden – ruhig, nicht laut.

• Blue denim funktioniert, wenn er clean ist (mittel, ohne starke Used‑Effekte). 

• INDAVID Top + ecru/off‑white Denim oder sand/warm stone als ruhige Basis.

INDAVID Way (ohne Schwarz)

• Vermeide All‑Black: mindestens ein helles Element oder eine warme Nuance in Gesichtnähe.

• Schwarz darf bei Schuh/Tasche vorkommen – aber gib einen warmen Gegenpol (Toffee, Creme, warmes Metall). 

• Tiefe Alternativen: Navy, Petrol, Bordeaux – sie tragen wie Schwarz, schließen aber weniger.

Die häufigsten Fehler (wertfrei) 

Zu viel Optimierung

Wenn du anfängst zu verhandeln, wird es unruhig. Entscheide einmal – und stoppe.

Autopilot statt Wahl

Mach täglich eine kleine bewusste Entscheidung (oben). Nicht mehr. Nur bewusst.

Kein Ankerteil

Ohne ein Teil, das führt, wirkt alles zufällig. Wähle den Anker zuerst (meist: Top).

FAQ

Wie erkenne ich, ob es Autopilot ist? 

Wenn du dich danach kleiner, härter oder egal fühlst als nötig – obwohl alles „passt“. 

Was ist der schnellste Reset?

Ein Basis‑Look nach Zustand (ruhig/klar/mutig) und ein wiederholbarer Abschluss (Schuh).

Muss ich dafür neue Teile kaufen?

Nein. Meist reicht: andere Zuordnung und 1–2 Alternativen pro Autopilot‑Teil.

Wie bleibt es trotzdem realistisch?

Indem du Jeans/Schwarz als Basen erlaubst – und oben die Entscheidung triffst.

Love
Dein INDAVID Team

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