Roland Waedt
Was Kleidung mit unserem Selbstbild macht
Selbstbild entsteht nicht im Kopf allein
Selbstbild wird oft als etwas Inneres verstanden. Als Gedanke. Als Überzeugung. Als Selbstgespräch. Doch Selbstbild entsteht nicht im Kopf allein. Es entsteht auch im Körper. In der Art, wie wir uns bewegen. Wie wir Raum nehmen. Wie wir uns selbst wahrnehmen. Kleidung greift genau dort ein.
Kleidung ist Rückmeldung
Kleidung ist eine Form von Rückmeldung. Sie sagt dem Körper: Du darfst dich ausdehnen. Oder: Du musst dich zusammennehmen. Sie sagt dem Blick: Ich bin da. Oder: Ich halte Abstand. Diese Rückmeldungen passieren leise. Aber sie wirken.
Wenn Kleidung korrigiert
Viele Kleidungsstücke sind gebaut, um zu korrigieren. Zu formen. Zu verstecken. Zu „verbessern“. Das wirkt nicht nur ästhetisch. Es wirkt psychologisch. Wer sich täglich korrigiert, lebt in einem Zustand, der nie ganz genügt. Nicht als Drama. Als Grundrauschen.
Wenn Kleidung begleitet
Es gibt Kleidung, die begleitet. Sie macht nicht besser. Sie macht stimmiger. Sie drückt nicht, sie trägt. Sie verlangt nicht, sie erlaubt. Begleitende Kleidung verändert das Selbstbild nicht über Ideale. Sondern über Erfahrung: Ich kann so sein. Und ich halte das.
Das Spiegelproblem
Viele sehen Kleidung nur im Spiegel. Doch der Spiegel zeigt nur ein Bild. Er zeigt nicht, wie es sich anfühlt. Ein Selbstbild, das nur über Bilder entsteht, wird schnell hart. Es bewertet. Es vergleicht. Es optimiert. Kleidung kann dieses Muster verstärken. Oder es unterbrechen.
Selbstbild ist auch Haltung
Selbstbild zeigt sich in Haltung. In den Schultern. Im Atem. In der Geschwindigkeit. Man kann noch so viel denken – wenn der Körper sich klein hält, fühlt sich das Selbstbild klein an. Kleidung kann helfen, den Körper wieder aufzurichten. Nicht wie eine Rüstung. Sondern wie eine Einladung.
INDAVID und ein stimmiges Selbstbild
INDAVID entwirft nicht für Perfektion. Nicht für das „beste Ich“. Nicht für das Bild, das überzeugt. Sondern für ein Selbstbild, das stimmig wird. Über Präsenz. Über Bewegung. Über Farbe. Mode als innerer Zustand. Nicht als Projekt.
Was bleibt, wenn man sich nicht mehr korrigiert
Wenn Kleidung nicht mehr korrigiert, bleibt etwas übrig. Man spürt sich besser. Man wird ruhiger. Man wird weniger beschäftigt. Das Selbstbild wird nicht größer. Es wird weicher. Und oft ist genau das der Anfang von Stärke.